Zum Tod von Hugo Jönsson – Gründer von Polykemi.

Nachrichten,27 August, 2013

Hugo Jönsson, Gründer von Polykemi, ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Hugo Jönsson war bis zum Schluss ein aktiver Mensch mit wachem Geist. Das Unternehmen Polykemi – sein Lebenswerk – besuchte er so gut wie täglich. Hier war er als Senior Advisor noch immer stark in die Entwicklung und das Tagesgeschäft eingebunden.

Hugo Jönsson wuchs an seinem Geburtsort Ingelstorp auf, in der Nähe des südschwedischen Städtchens Ystad. Seine berufliche Laufbahn begann er bei Persöner, dem zu der Zeit größten Unternehmen in Ystad. Bei Persöner stieg Hugo Jönsson bis zum stellvertretenden Leiter der Textilabteilung auf. In seiner nach der Pensionierung verfassten Autobiografie – „En egen historia“ (Eine eigene Geschichte) – berichtete er unter anderem, wie er der Unternehmensleitung von Persöner einmal vorschlug, die Textilabteilung aufzugeben und sich stattdessen auf Kunststoff zu verlegen. Die Antwort war ein klares Nein.

Hugo Jönsson ließ sich dadurch jedoch nicht entmutigen. Stattdessen lieh er sich Geld für seine Idee und gründete 1968 Polykemi. Ein paar Jahre später hatte sich das Unternehmen bereits über die Grenzen Ystads und Schwedens hinaus etabliert. Heute zählt Polykemi rund 250 Mitarbeiter mit Tochtergesellschaften in u. a. Deutschland, Tschechien, Dänemark und China sowie Vertretungen in sieben weiteren Ländern. Polykemis Werk in China wurde 2008 eingeweiht. Hugo Jönsson war die treibende Kraft hinter dem Aufbau einer Fabrik in China. Er erachtete den Einstieg des Unternehmens auf den chinesischen Markt als wichtig, um Polykemis Bestandskunden, die sich in China etabliert hatten, mit hochwertigem Material zu versorgen. Gleichzeitig sollte Polykemi durch seine Anwesenheit in China auch die Chance bekommen, Kontakte zu neuen Kunden zu knüpfen.

Der Polykemi-Konzern umfasst zudem die Unternehmen Rondo Plast und Scanfill, die ebenfalls über Werke in China leichteren Zugang zu interessanten neuen Kunden anstreben.

In den 70er-Jahren erfuhr Polykemi eine starke positive Entwicklung. Von einem verheerenden Brand 1975 ließ sich Hugo Jönsson nicht vom Engagement für sein Lebenswerk abbringen. Er setzte anschließend unter anderem auf mineralverstärktes Polypropylen. Dieses Material erwies sich jedoch als schwerer und teurer, als berechnet, und bedeutete für das Unternehmen fast das Aus. POLYfills Durchbruch 1982/83 bescherte Polykemi dann jedoch langfristige wirtschaftliche Sicherheit. Auf Hugo Jönssons Anregung wurde in der Mitte der 80er-Jahre eine Entwicklungsabteilung aufgebaut. Dieser Schritt sowie die Etablierung von Tochtergesellschaften in Tschechien, Deutschland und Dänemark, verlieh dem Unternehmen zusätzliche wirtschaftliche Stärke.

Ende der 90er-Jahre übertrug Hugo Jönsson seinen Söhnen Ola und Lars Hugosson die oberste Verantwortung und trat selbst den Posten als Vorstandsvorsitzender bei Polykemi an. Polykemi ist heute in Ystad – und in der gesamten Region – der größte Arbeitgeber im Privatsektor.

Außer für Polykemi engagierte Hugo Jönsson sich auch in der Politik. So ist es ihm zum Beispiel zu verdanken, dass sich die polnisch-schwedische Fährlinie Polonia während Jönssons dreijährigem Vorsitz der Hafenaufsichtsbehörde für Ystad als Anlaufhafen entschied.In seiner Freizeit begeisterte sich Hugo Jönsson für den Amateursport, insbesondere beim Sportverein Ystad IF. Hugo Jönsson machte YIF zu einem namhaften Verein im schwedischen Handball und schaffte die Voraussetzungen für den ersten schwedischen Meisterschaftstitel des Clubs 1976 sowie für viele weitere Erfolge. Hugo Jönsson geht als einer der großen Sportfunktionäre in die schwedische Handballgeschichte ein.